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Audorfer Chor und Ballorchester Stephanskirchen unter dem Motto „Love is in the Air“ im Ballhaus
Singen ist gesund und fördert die Intelligenz, es stärkt das Immunsystem und es schüttet Glückshormone – Endorfine – aus. Durch Singen gewinnen Zeremonien magische Kraft.
Beste Beweise für diese Aussagen lieferte das Konzert von Audorfer Chor und Ballorchester Stephanskirchen im Ballhaussaal in Rosenheim. „Love is in the Air“ lautete das Motto des Abends in der Reihe „Kunstsinniger Donnerstag“, organisiert von Jürgen Doetsch und mit dem Schmetterling als Motiv. Um es vorweg zu nehmen: es war eine wundervolle Werbung für gemeinsames Musizieren, ein Fest der Musik !
Chorleiterin Michaela Szeili und Willy Maier, Leiter des Ballorchesters und von 2003 bis 2005 Leiter des Audorfer Chores hatten ein durch und durch positives Frühjahrsprogramm zusammengestellt, das sich durch variables Miteinander und geschickte Integration toller Solisten auszeichnete. So ging es los mit dem Klassiker „Strangers in the Night“, gefolgt von zwei Soloeinlagen von Sänger Robert Schmid. „Junger Mann im Frühling“ erklang original wie im Zeitalter der Schellackplatten, swingend und pfiffig. In „Hallo kleines Fräulein“ wechselten Bläser- und Streichersatz dynamisch und bei „Ain´t she sweet“ stieg wieder der komplette Chor ein – Bewegung, Begeisterung und Farbe prägten die Atmosphäre. Eine etwas längere Instrumentalpassage der Bigband folgte, unter anderem mit Bert Kaempferts „Spanish Eyes“. Bei der Ballade „Light of the silvery moon“ kam der Chor voll zur Geltung, diesmal zur Begleitung der „Band“ als kleiner Besetzung der Stephanskirchener, mit Willy Maier am E-Piano und Fritz Federkiel mit schönem Melodiespiel an der Gitarre. Der „Fluch der Karibik“ aus dem Film klang noch besser eingespielt, noch dramatischer als zuletzt im Stephanskirchener Konzert. Mit diesem stark umjubelten Titel ging es auch in die Pause. Gefühlvoll interpretierte der Chor „nothing gonna change my love“ mit schön abgestimmten Einsätzen. Dann zeigten die Chormänner ihr schauspielerisches Talent: Mit Hüten und Stöcken wirbelten sie in „Yes sir, thats´s my baby“. Feierlich und getragen im Kontrast dazu folgte „A whiter shade of pale“ im Arrangement von Willy Maier, auf das begeisterter Applaus folgte. Zwei weitere Solisten muss man neben dem gleichzeitig lockeren und exakten Chor und den Musikern vom Ballorchester jedoch hervorheben: Zum einen sorgte Günther Nun, evangelischer Pfarrer in Oberaudorf, durch seine Erinnerungen an erste Liebe und seine Vision von weltweitem Frieden, die mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings beginnt, für eine zauberhaft leichte, poetische Stimmung. Zum anderen verzauberte die Vokalistin Stefanie Irene Meier den Ballhaussaal: begleitet von Fred Bayer am Piano interpretierte sie Zarah Leanders „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“. Dramatisch, ernsthaft und mit Gefühl für feine Nuancen bei großem Stimmvolumen fesselte sie das Publikum und verdiente sich Extraaplaus. Ihr Solo „My one true friend“ überzeugte durch Zartheit, Ausstrahlung und Bühnenpräsenz und auch ihr Duett mit Robert Schmid („Something stupid“, „Perfidia“) gelang harmonisch. Von ihrem neuen Projekt „Süddeutsches Liederkarussell“ mit Fred Bayer wird sicher noch zu berichten sein. Zum Abschluss hatte Fritz Federkiel noch seinen großen Auftritt: Bei „Minnie the moocher“ sang das Publikum seine akrobatischen Zungenbrecher als Echo nach. Im Anschluss an das federleichte Frühlingskonzert schwangen Chormitglieder der „Audorfinen“ und Gäste das Tanzbein zu Latinrhythmen und Walzer des Ballorchesters. Ein Abend, der Lust machte auf den Frühling und auf immer mehr Musik !
Quelle: Andreas Friedrich (Oberbayerisches Volksblatt, 05.05.2007)
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